Ungeziefer in der Regenwassertonne

Sobald der Winter vorrüber ist und die Temperaturen wieder angenehm warm werden, kraucht auch das sogenannte „Ungeziefer“ wieder aus seinem Unterschlupf heraus. Dann gilt es, im Garten besonders wachsam zu sein: Oft müssen erste Leimringe um den Baumstamm gelegt werden, damit die Schädlinge an ihrer Ausbreitung behindert werden.

Auch unsere Regenwassertonne wird jetzt zunehmend Ziel dieser Angreifer. Vor allem Mücken machen sich nun auf die Suche nach stehenden Gewässern, wo sie ihre Eier ablegen können. Die Folgen sind bekannt: Eine Mückenplage ohne Ende im Garten, und Sie selbst haben diese sogar noch in Ihrer Wassertonne gezüchtet!

Mückenlarven in der Regenwassertonne

Mückenplage

Ich habe am Anfang, als ich meine erste Regentonne aufgestellt habe, selber gestaunt, wie schnell diese mit der Mückenbrut verseucht wurde. Obwohl ein Deckel drauf war: Mücken finden meistens eine Möglichkeit, in die Tonne zu gelangen und ihre Eier dort abzulegen. Deshalb sollten Sie schon im zeitigem Frühjahr etwas gegen die „Mückenzucht“ unternehmen. Denn gerade im Frühjahr werden Sie noch nicht so viel Gießwasser aus Ihrer Wassertonne brauchen, weil der Boden noch ausreichend feucht ist und kaum bewässert werden muß.

Beim Gießen im Frühbeet ist die Mückenbrut im Wasser allerdings nicht das Problem: Da sie zum wachsen stehendes Gewässer brauchen, das Gießwasser aber kaum stehen bleibt, vertrocken auch die Larven, ehe sie sich fertig entwickelt haben. Die Reste, die dann übrig bleiben, sind aber so mikroskopisch klein, daß sie mich noch nie gestört haben.

Allerdings sollten Sie darauf achten, daß sich die in der Wassertonne verbleibenden Mückenlarven nicht zu Ende entwickeln können. Ansonsten kann es passieren, daß Sie sich im Sommer vor Mücken kaum retten können. Und dann ist die Bekämpfung ungleich schwerer. Lassen Sie deshalb Ihre Regenwassertonne nicht zu einer Brutstätte der Mücken werden!

Regentonne schützen

Was kann man nun tun, damit sich die Mücken in der Regentonne nicht fortpflanzen?

Nun, zurerst einmal sollte die Tonne immer abgedeckt sein. Entweder mit einem handelsüblichen Deckel, oder aber, in dem Sie eine Folie auf der offenen Wassertonne befestigen. Die meisten käuflichen Regentonnen sind allerdings von Hause aus verschlossen, so daß hier kein Handlungsbedarf besteht.

Es empfielt sich aber generell, Regentonnen nicht offen stehen zu lassen. Denn erst einmal können sie dadurch zu einer Gefahr für andere Lebewesen werden: Gerade kleine Vögel fallen oft in die Tonne und können dort aus eigener Kraft nicht mehr entkommen. Aber auch Katzen, Eichhörnchen und Mäuse sind schon in einer Regentonne gefunden worden. Wenn Sie das nicht gleich bemerken, können diese ertrunkenen Tiere in der Tonne verwesen und einen unangenehmen Geruch verbreiten.

Eine Gefahr kann eine oben offene Regentonne aber auch für kleine Kinder darstellen. Da diese Tonnen meistens nicht sehr hoch sind, Kinder aber sehr neugierig, sind offene Regentonnen eine nicht zu unterschätzende Gefahr.

Wenn Sie sich entschieden haben, zur Einsparung von Trinkwasser eine Regenwassertonne zu kaufen, sollten Sie also auf die Möglichkeit der Abdeckung achten. Entweder eine Tonne kaufen, die durch ihre Konstruktion oben geschlossen ist, oder bei einem Regentonnenfaß beispielsweise gleich den passenden Deckel mit dazu kaufen.

Wenn die Regentonne schon befallen ist…

offene Regentonne

offene Regentonnen sind beliebt bei Mücken und sollten besser abgedeckt werden. Bildquelle:Beckmann/Amazon

Sollte Ihre Wassertonne nun schon mit Mückenlarven verschmutzt sein, muß aus oben genannten Gründen etwas dagegen getan werden. Wenn abzusehen ist, daß Sie die nächsten Tage kein Wasser aus der Tonne benötigen (bei Kleingartenanlagen zum Beispiel, wo man erst einmal nur alle zwei/drei Wochen aktiv wird), kann die Wassertonne erst einmal geleert werden. Dazu aber nicht nur das Wasser ablassen: Besser ist eine Trennung vom Zulauf, damit Sie die Tonne kopfüber gründlich spülen können.

Wenn Ihnen das zu aufwändig ist (bei mehreren Regentonnen beispielsweise), oder Sie schon oft Gießwasser benötigen, können Sie durch Zusätze etwas gegen die Plage der Mückenlarven tun. Wenn die Larven schon geschlüpft sind, werden sie sich noch einige Zeit an der Wasseroberfläche aufhalten, ehe sie die schützende Tonne verlassen. Dabei nutzen sie die vorhandene natürliche Spannung an der Wasseroberfläche, um nicht unter zu gehen.

Am einfachsten ist es jetzt, diese Oberflächenspanmnung des Wassers zu vermindern. Das kann durch einige (wenige) Tropfen Spülmittel geschehen, auch Pflanzenöl aus der Küche wäre eine Möglichkeit. Im Handel gibt es auch geeignete Präparate, die dazu genutzt werden können. Noch mehr Tipps hält das Internet bereit.

Allerdings bin ich kein Freund dieser Maßnahmen.

Wenn Sie einen kleinen Gemüsegarten haben, den Sie mit Wasser aus der Regentonne versorgen möchten, sind diese Methoden sicherlich ganz gut anzuwenden. Ich habe allerdings zwei kleine, mit Goldfischen besetzte Teiche im Garten. Da wäre es für die Fische gefährlich, wenn Sie mit diesem Wasser aus der Tonne in Berührung kommen. Gerade Spülmittelreste und die chemische Keule können negative Folgen haben, aber auch mein Gemüse möchte ich diesen Gefahren nicht aussetzen.

Gegen Mücken in der Regentonne

Da ich auf Zusätze im Wasser verzichten möchte, muß also eine andere Möglichkeit her, um die Mückenbrut in der Tonne zu verhindert. Das ist bei mir nun dadurch gelöst, daß die meisten meiner Regentonnen geschlossene Behälter sind. Um die Mücken daran zu hindern, eventuell über das Fallrohr in die Tonne zu gelangen, habe ich hinter dem Laubsieb noch einmal ein engmaschiges Tüll eingelegt. Das muß zwar jedes Jahr erneuert werden – ist aber relativ preisgünstig.

Außerdem benötige ich schon im zeitigen Frühjahr immer wieder Wasser aus den Tonnen, so daß die Mückenlarven oft mit abgelassen werden.

Ein Problem ist der „Märchenbrunnen„. Das ist ja eine nach oben offene Regentonne, eine Abdeckung würde hier nicht wirklich schön aussehen. Da hilft dann nur, hin und wieder die Mückenbrut (die in fortgeschrittenem Zustand gut zu sehen ist) mit einem Kescher zu entfernen.

Die Fische im Teich freuen sich dann immer über dieses natürliche „Frischfutter“.