Regentonne aufstellen

Kleinere Regentonnen, so etwa bis 100 Liter Inhalt, können meist bedenkenlos an Ort und Stelle hingestellt werden. Wichtig ist natürlich ein fester und ebener Boden: Es muß aber kein Beton sein, fester Sandboden ist in der Regel ausreichend. Wenn die Regentonne größer ist, ab 300 Liter etwa, hat sie gefüllt auch ein entsprechend hohes Gewicht. Um Unfälle zu verhindern, sollte sie besonders standfest sein, ein Steinboden ist besser, da er auch bei langanhaltendem Regen nicht aufweichen und nachgeben kann wie ein Sandboden.

Je nach Höhe muß die Regentonne noch zusätzlich verankert werden. Besonders gefährdet sind dabei hohe und schmale Regenwassertonnen wie zum Beispiel die über 2 Meter hohe „Regentonne in Granit – Optik“ – Säule. Die wiegt gefüllt locker 700 Kilo und sollte dem entsprechend auch gut gesichert werden.

Regentonnen aufstellen und pflegen

Bei vielen angebotenen Regentonnen ist der Ort, an dem der Wasserhahn befestigt wird, schon vorgegeben. Meistens ist das eine vorgestanzte Bohrung, wo das innere Plastik herausgebrochen wird und an dieser Stelle wird dann der Wasserhahn befestigt. Diese Möglichkeit sollte auch genutzt werden, denn wenn Sie den Hahn woanders einbauen, ist diese dünne Stelle immer bruchgefährdet.

Andere Tonnen lassen Ihnen freie Wahl bei der Anbringung, trotzdem sollten Sie jetzt nicht einfach loslegen und ein Loch bohren. Denn die Höhe des Auslaufhahnes ist ein sehr wichtiger Punkt, um die Regentonne später problemlos benutzen zu können.

Die erste Überlegung ist, wie Sie das Wasser aus der Tonne entnehmen wollen. Grundsätzlich gibt es dafür drei unterschiedliche Möglichkeiten:

  1. Von oben mit einer Gießkanne oder Eimer. In diesem Fall muß überhaupt kein Wasserhahn angebaut werden, allerdings ist diese Möglichkeit sehr kraftaufwändig. Die Gießkanne kann ja je nach Größe viele kilo wiegen, und wenn die Tonne schon halb leer ist, kann man kaum noch vernünftig Wasser entnehmen.
  2. Mit Gießkanne oder Eimer über einen eingebauten Wasserhahn. Sicherlich die gebräuchlichste Methode, nur müssen Sie natürlich darauf achten, daß der Wasserhahn auch eine ausreichende Höhe hat, um eine Kanne oder einen Eimer darunter zu stellen. Manche Regentonnen haben den Auslauf ganz unten: Diese müssen dann zur besseren Wasserentnahme auf einen Sockel gestellt werden.
  3. Mit einem Gartenschrauch. In diesem Fall ist der tief sitzende Wasserhahn am besten geeignet, denn dadurch ist immer ein gewisser Wasserdruck von oben vorhanden, schließlich kann man auch eine Pumpe anschließen. Hier benötigen Sie keinen Sockel, eine Pumpe lohnt sich allerdings erst ab einem Volumen von über 300 Litern.

Regentonnen Sockel

Der Sockel ist dann notwendig, wenn der Wasserhahn am unteren Ende der Regentonne sitzt. Klar, sonst bekommt man ja keine Gießkanne darunter. Von Vorteil ist dabei, daß eine Regenwassertonne auf dem Sockel vollständig entleert werden kann.

Regenwassertonne mit Sockel

Kleine Regentonne mit Sockel

Wenn der Wasserhahn etwas höher angebracht ist, können Sie zwar vielleicht auch noch Ihre Kanne drunterstellen, allerdings wird es Ihnen kaum gelingen, die Regentonne restlos zu entleeren. Wertvolles Wasser bleibt in der Tonne stehen, und wenn jetzt eine längere Trockenzeit kommt und kein neues Regenwasser in die Tonne gelangt, kann es anfangen, übel zu riechen.

Viele Regentonnen, die einen tief angebrachten Wasserhahn haben, werden bereits ab Werk mit solch einem Sockel geliefert. In anderen Fällen müßten Sie sich diesen aus dem Zubehör besorgen * , aber nicht vergessen: Die Regenwassertonne muß schon auf den Sockel gestellt werden, wenn sie noch leer ist! Eine volle Tonne mit Wasser läßt sich später kaum noch hochheben ( 1 Liter Wasser = 1 Kilo Gewicht).

Bei der Aufstellung der Regentonne mit einem Sockel ist einiges zu beachten. Diese Kombination ist recht kippelig, vor allem, wenn noch nicht so viel Wasser im Innern ist. So schön diese Regenwassertonnen auf den Fotos immer aussehen: Ohne eine zusätzliche Befestigung stelle ich sie mir nicht in den Garten. Und ich habe auch bei meinen Gartennachbarn schon die ein- oder andere Wassertonne gesehen, die halb voll war und plötzlich von Sockel gestürzt ist. Deshalb unbedingt mit einer Wasserwaage prüfen, ob die Regentonne auch genau senkrecht auf dem Sockel steht. Fehler sind hier später nur mit viel Aufwand zu beseitigen.

Und noch ein Tipp, weil ich gerade vor kurzem so etwas gesehen habe: Befestigen Sie die Regentonne bitte nie an dem Fallrohr! Ich meine: Klar, der Anschluß ist schon wichtig. Aber die direkte Befestigung sollte schon an der Wand erfolgen.

Ein Gartenfreund hatte eine ziemlich dünne, aber fast zwei Meter hohe Regentonne mit Spannbändern am Fallrohr festgemacht. Nachdem es längere Zeit heftig geregnet hat, ist der Sandboden unter der Tonne weich geworden, und die ganze Konstruktion ist umgestürzt.

Da war nicht nur die Regentonne „im Eimer“, durch die Befestigung hat diese auch das ganze Fallrohr und Teile der Dachrinne von der Hauswand abgerissen. Also immer voraus denken: Was könnte passieren, wenn…

Der Wasserhahn an der Regentonne

Mit einem Wasserhahn läßt sich das Regenwasser am bequemsten aus der Tonne entnehmen. Zur Höhe habe ich schon einiges gesagt, achten Sie auch darauf, daß Sie den Hahn nicht zu tief plazieren. Innen muß meistens noch eine Gegenmutter angeschraubt werden, soviel Platz muß bleiben.

Viele Regenwassertonnen werden schon mit einem Auslaufhahn geliefert. Die meisten sind aus Plaste, sehr einfach im Aufbau und funktionieren zunächst auch einmal. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, daß sie im Laufe der Zeit immer schwerer zu betätigen sind. Denn daß sich kleine Schmutzpartikel im Innern festsetzen, läßt sich kaum verhindern, und ein Reinigen ist bei gefüllten Tonne unmöglich. Deshalb habe ich bei den großen Tonnen diese Plasteteile durch stabile Messing – Wasserhähne * ersetzt. Mit durchschlagendem Erfolg: Nie wieder Probleme bekommen. Vor allem finde ich, daß diese Messinghähne besonders bei schönen Regentonnen optisch einfach besser zur Geltung kommen. Ein billiger Plastehahn an einer hochwertigen Regenwassertonne sieht immer irgendwie deplaziert aus.

Ob Sie Ihre Regenwassertonne im Winter entleeren müssen, das steht oft bin der Gebrauchsanleitung oder ist beim Hersteller zu erfragen. Ich lasse es immer drin: Allerdings bei Regentonnen mit Plaste – Wasserhahn immer nur bis zur Höhe des Auslaufes. Den Hahn lasse ich nämlich im Winter immer aufgedreht: Oft genug sind mir diese Dinger schon zerfroren.

Bei Messing – Wasserhähnen habe  ich dagegen noch keinen Verlust erlitten.

Regenwassersammler

Um das Regenwasser vom Fallrohr in die Tonne zu leiten, kann man einfach ein Rohr anschließen, oder einen sogenannten Regenwassersammler. Das sind spezielle Vorrichtungen zum Befüllen der Regentonne, die dafür sorgen, daß sie nicht überlaufen kann, wenn sie voll ist. Meistens werden Sie mit einem Filter angebaut: So bleibt der gröbste Schmutz erst einmal draußen. Allerdings müssen die Filter gerade im Herbst auch oft gereinigt werden.

Regenwassersammler, auch als „Regendieb“ bekannt (was sich manche Menschen immer für Wörter ausdenken!), werden am Besten gleich beim Aufstellen der Regentonne mit installiert. Die meisten können zwar auch nachträglich angebaut werden, aber ich habe die Erfahrung gemacht, daß gerade die volle Tonne immer genau einen Zentimeter falsch stand und nicht mehr zu verrücken war.

Regensammler also immer gleich anbauen, wenn die Tonne noch leer ist.

Regenwassertonne mit Deckel

 Deckel für Regentonne, Regenfass, Fass, Weinfass, Temesso-Fassdeckel mit Edelstahlgriff von Temesso

Deckel für Weinfässer gibt es auch als Zubehör zu kaufen Foto: Temesso/Amazon*

Bis auf ganz wenige Ausnahmen werden Regentonnen mit einem Decklel geliefert. Warum ist das so?

Wahrscheinlich werden Sie zuerst daran denken, damit das Wasser nicht durch Laub und Dreck verschmutzt wird. Das ist auch richtig.

Aber es gibt auch einen anderen Grund: Viele Tiere suchen im trockenem Sommer nach Flüssigkeiten und entdecken die offenstehende Tonne. Und viele fallen dann auch ins Wasser und kommen nicht mehr heraus. Das sind nicht nur Vögel: Auch Katzen und Eichhörnchen haben ihr Leben schon in einer offenstehenden Regentonne beendet.

Zusätzlich ist dieser Deckel aber auch ein Schutz, wenn Sie eine kleine, flache Regentonne haben und spielende Kinder im Garten. Kinder sind neugierig und genau so gefährdet wie Tiere.

Deshalb sollten Sie Ihre Regentonne immer mit einem Deckel verschließen. Achten Sie beim Kauf darauf (oder lesen Sie bei den entsprechenden Regentonnen auf regenwasser-garten.de ), ob der Deckel auch kindersicher zu verschließen ist. Auch starker Wind sollte ihm nichts anhaben können.

Fazit: Regentonne aufstellen

Wenn Sie bis hier gelesen haben, sind Sie fit für das Aufstellen einer Regentonne. Ja, ich weiß, das meiste hört sich logisch und einfach an: Trotzdem werden viele Fehler immer wieder gemacht, meistens, weil man sich im Vorfeld nicht genügend Gedanken macht. Einige Sachen habe ich anfangs auch falsch gemacht (die Sache mit dem Wasserhahn: In der Mitte einer Regentonne ist er ungünstig plaziert), andere bei Nachbarn gesehen.

Sie wissen jetzt aber Bescheid, auf was Sie schon v o r dem Aufstellen der Regentonne achten müssen, und werden diese Fehler nicht wiederholen. Denn dann werden Sie viel Freude an Ihrer Regenwassertonne haben und erstaunt sein, wieviel teures Trinkwasser sich damit einsparen läßt.


Tipps zum Anschluß einer Regentonne